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Malteser in Bayern und Thüringen

60 Jahre Malteser in der Diözese Passau

17.09.2018
Malteser-Verantwortliche und Ehrengäste (v.l.): Bundesjugendvertreter Sebastian Mayer, stellvertretende Diözesanleiterin Ilona Gräfin von La Rosée, Diözesanleiter Georg Adam Freiherr von Aretin, der stellvertretende Landrat von Altötting Konrad Heuwieser, Stadtpfarrer und Diözesanseelsorger Johannes B. Trum, Bürgermeister Urban Mangold, stellvertretende Landrätin Freyung-Grafenau Renate Cerny, Diözesangeschäftsführer Rainer F. Breinbauer, stellvertretende Landrätin Passau Gerlinde Kaupa, Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Landesgeschäftsführer Christoph Friedrich, MdL Dr. Gerhard Waschler, Regionalgeschäftsführer Frank Weber, stellvertretende Diözesanleiterin Dr. Renate Zehner, ehemaliger Stadtbeauftragter Clemens Damberger und Diözesanjugendsprecher Stefan Wagner. Foto: Krenn

Pontifikalgottesdienst, Gründung der Malteser Garde und Helferfest

Passau. Ein Pontifikalgottesdienst mit Schirmherr Bischof Dr. Stefan Oster SDB, die Gründung der Malteser Garde und ein Helferfest am vergangenen Samstag waren der Abschluss und zugleich Höhepunkt der Aktionen und Veranstaltungen zum Jubiläum „60 Jahre Malteser in der Diözese Passau.“

Mit einem mehrfachen, kräftigen „Gelobt sei Jesus Christus!“ begrüßte Diözesanseelsorger und Stadtpfarrer Johannes B. Trum die Gäste in der voll besetzten Kirche St. Anton. Mitzelebranten waren neben Pfarrer Trum Domkapitular Helmut Reiner sowie Pfarrvikar Dr. Manuel Schlögl und Kaplan Pater Johnson von St. Anton.

In seiner Predigt erklärte der Bischof: „In der Vorbereitung auf dieses schöne Fest habe ich mich gefragt: Wo sind mir die Malteser begegnet? Dabei bin ich auf ziemlich viel gekommen.“ Er erzählte, dass er seinen Ersatzdienst bei den Maltesern im Katastrophenschutz geleistet hat und dabei als Sanitäter auf verschiedenen Veranstaltungen im Einsatz und als Erste-Hilfe-Ausbilder tätig war. „Dankbar bin ich den Maltesern, dass durch sie meine Eltern gut von Regensburg nach Passau kommen.“ Dr. Stefan Oster erinnerte auch an die Ausstellung über das Turiner Grabtuch in Altötting, deren Schirmherr er war.

Es freue ihn auch, dass die Malteser „eine sehr starke inhaltliche Seite“ haben und dass es auch bei der Arbeit mit jungen Menschen intensiv um die Inhalte des Glaubens geht. Er freue sich immer wieder bei großen Veranstaltungen: „Die Malteser stehen selbstverständlich da.“ Der Bischof erinnerte auch an die Wallfahrten der Malteser, wie etwa nach Lourdes oder die alljährliche große Wallfahrt nach Altötting. „Ich bin dankbar und froh, dass es euch gibt. Herzlichen Dank für all das, was an Liebesdienst passiert.“

Den feierlichen Gottesdienst umrahmten Chor, Orchester, Bläser und Männerschola St. Anton sowie Kilian Holzinger an der Orgel und machten ihn auch in musikalischer Weise zu einem wunderbaren Erlebnis.

Im Anschluss ging es zum Vereinsheim in die Schaldinger Straße, wo viele fleißige Helferinnen und Helfer die Garage zu einem würdigen Festsaal verwandelt hatten. Diözesangeschäftsführer Rainer F. Breinbauer konnte neben vielen Maltesern allen Alters auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen.

Bischof Dr. Stefan Oster blickte noch einmal auf seine zahlreichen Begegnungen mit den Maltesern zurück, auch seit er in Passau ist. „Die Malteser sind inzwischen lauter bekannte Gesichter. Ich begegne Euch ganz oft und bin immer wieder dankbar und beeindruckt“, erklärte er.

„Vieles, was die Malteser tun, ist wichtig im Alltag“, betonte Bürgermeister Urban Mangold als Vertreter der Stadt. Der Bücherlieferdienst und der Seniorentreff seien schöne Beispiele für die gute Zusammenarbeit. Die stellvertretende Landrätin Gerlinde Kaupa verwies die Gäste auf die Grußworte von Landrat Franz Meyer und den Freyunger Landrat Sebastian Gruber in der zum Jubiläum erschienenen Chronik und zitierte daraus Franz Meyer mit seinem Appell an die Malteser: „Verlieren Sie nicht die Kraft und den Mut für Ihre tägliche Arbeit, die eine tragende Säule in unserer Gesellschaft ist.“ Gerlinde Kaupa bekräftigte: „Ich stehe voll und ganz dahinter.“

Einen geschichtlichen Rückblick auf die vergangenen 60 Jahre gab der langjährige Stadtbeauftragte Clemens Damberger, der in fast 50 Jahren Mitgliedschaft bei den Maltesern in verschiedenen Funktionen tätig war. Lang war die Liste der Meilensteine, die Clemens Damberger aufzählen konnte, angefangen von den legendären Sonnenzügen über das große Sonnwendfeuer am Thingplatz bis hin zum Umzug der Diözesangeschäftsstelle nach Hacklberg.

Natürlich wusste er auch so manche Anekdote zu erzählen. So ist der stellvertretende Diözesanleiter Ludwig Berger anlässlich des 80. Geburtstages von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 nach Rom gereist, um ihm mit anderen Maltesern das Buch „80 gute Taten“ zu übergeben, als der Papst in reinstem Dialekt zu ihm sagte: „Gell, Sie sind auch aus Bayern.“

„60 Jahre sind ein Beleg für den hohen Stellenwert der Malteser in der Diözese Passau. Sie sind heute eine tragende Säule“, bekräftigte Clemens Damberger „Es mag spannend sein, sich vorzustellen, wie sich die nächsten Jahrzehnte entwickeln werden. Aus heutiger Sicht sind die Malteser auf die Zukunft gut vorbereitet und erhoffen sich dazu Gottes Schutz und Segen.“

Eine Überraschung hatte Clemens Damberger für den ersten Geschäftsführer Josef Eizenhammer. Kürzlich erschienen in der Presse dessen Erinnerungen an die Anfangszeit, in denen er auch die Fahrdienst-Mitarbeiter lobt, die er immer wieder bei ihrer Arbeit beobachten kann. Die Fahrdienst-Mitarbeiterin Berta Roth hat das so gefreut, dass sie für Josef Eizenhammer eine Kerze zum Jubiläum kreierte, die sie ihm bei der Gelegenheit überreichte. Ebenso gestaltete sie eine Jubiläumskerze für den Gottesdienst.

Diözesanleiter Georg Adam Freiherr von Aretin sagte ein vielfaches Dankeschön, unter anderem an die mehr als 20.000 Mitglieder und Förderer. „Sie sind für uns eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste finanzielle Unterstützung.“

Zum Schluss des offiziellen Teils gab es noch einen Höhepunkt, der nicht auf der Tagesordnung stand: Die Gründung der Malteser Garde. „Es ist eine ganz große Ehre, dass wir in Passau 15 Menschen dafür gewinnen konnten“, erklärte Rainer F. Breinbauer, bevor die entsprechenden Berufungsurkunden überreicht wurden. Die Malteser Garde ist eine neue Initiative für ehemals aktive Malteser, ehemalige Malteser, aber auch junge Leute in der Studien- und Ausbildungsphase und Menschen, deren Mittelpunkt Familie und Karriere darstellt, d. h. für alle, denen es nicht mehr möglich ist, am täglichen Malteser-Geschehen teilzunehmen, die aber dennoch den Kontakt zu den aktiven Einheiten pflegen wollen.

Bei musikalischer Unterhaltung von „sakrisch Narrisch“, das sind Johannes Teufel und Josef Springer, zwei junge Malteser aus Philippsreut, gab es beim gemütlichen Beisammensein Gelegenheit zum Austausch und zur Wiederbelebung von alten Bekanntschaften. Denn neben aktiven Maltesern waren auch sehr viele „Ehemalige“ in die Schaldinger Straße gekommen, die sich ihrer Hilfsorganisation immer noch verbunden fühlen. Alles neue Kandidaten für die Malteser Garde oder auch für den Wiedereinstieg in den aktiven Dienst.

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