Mit Faschingskrapfen Gutes tun

Bei der zweiten Lieferung ist auch ein Krapfen mit Herz und Dankeschön dabei. Foto: Malteser.

Passau/Salzweg/München/Mandeni (Südafrika). Die schönsten und unglaublichsten Geschichten schreibt doch immer wieder das Leben. Solch eine Geschichte, die sich jüngst zugetragen hat, erzählen nun die Malteser. Was mit einem eher unspektakulären Post auf ihrer Facebook-Seite begann, führte zu zwei sehr großzügigen Spenden.

„Ich bekam von einer Kollegin ein etwas unscharfes Foto zugesandt. Sie schrieb dazu: ‚Ein Kollege aus dem Rettungsdienst hat diesen Faschingskrapfen mit seiner Familie gebastelt. Ich fand das so cool, dass ich dachte, das ist mal was für zwischendurch.‘ Das fand ich auch und stellte das Bild auf unsere Facebook-Seite“, berichtet die Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit Rosmarie Krenn. Nicht im Traum hätte sie daran gedacht, was dieser Post auslöste.

Schon kurz darauf bekam sie wieder eine Nachricht, diesmal aus Südafrika. Pater Gerhard Lagleder, Präsident der Brotherhood of Blessed Gérard (Bruderschaft des seligen Gerhard), schrieb: „Mit wurde eine größere Spende versprochen, wenn ich einem Freund in München so einen Malteserkrapfen zukommen lasse. Siehst Du irgendeine Möglichkeit, das zu arrangieren?“

Rosmarie Krenn nahm Verbindung mit den Krapfenkünstlern Daniel und Katharina Prokopiuk aus Salzweg auf und bekam prompt die Zusage. Aber nicht nur einen Krapfen, verzierten die beiden jungen Leute, sondern gleich sechs. Und schickten sie noch am selben Tag auf den Weg nach München. „Um halb zehn Uhr abends habe ich das Paket zu meinem Nachbarn gebracht, der Postbote ist. So kam es schon am nächsten Tag in den Lkw nach Straubing und wir haben uns damit einen Tag Versandweg gespart“, berichtete Daniel Prokopiuk, der auch ganz begeistert war von der Aktion.

Nun waren die sechs Krapfen also auf dem Weg zu ihrem Empfänger, der sie schon sehnlichst erwartete. Auch mit ihm hatte Rosmarie Krenn in der Zwischenzeit Verbindung aufgenommen. Er schrieb ihr unter anderem: „Mein Name ist Ernst Wolfsteiner. Ich bin seit 1968 ehrenamtlich beim MHD, also schon ein Urgestein oder ein Teil des Inventars. Pater Gerhard kenne ich noch aus den 1980-er Jahren. 2012 war ich im November und Dezember in Mandeni. Meine Aufgabe war es, die einheimischen Arbeiter das Handwerk eines Hausmeisters zu lehren. Es war eine sehr schöne Zeit dort.“

Ernst Wolfsteiner ist die Unterstützung der Malteser in Südafrika ein Herzensanliegen. Er schreibt weiter: „Zurzeit bleibt mir nichts anderes übrig, als ihnen monatlich einen Betrag zu senden. Nachdem ich das schöne Bild auf Facebook gesehen habe, will ich Euch und Pater Gerhard unterstützen. Könnt Ihr mir zehn solcher MHD-Krapfen backen und zusenden? Mir wäre Einer 100 Euro wert.“

Am selben Abend, als Ernst Wolfsteiner diese Nachricht schrieb, hatten Daniel und Katharina Prokopiuk die sechs Krapfen aber schon auf den Weg gebracht. „Mit viel Liebe“ hatten sie sie verziert, wie sie schreiben und „Wir hoffen, dass die Krapfen möglichst unversehrt und genießbar beim Empfänger ankommen.“

Postwendend kam auch schon die Nachricht von Ernst Wolfsteiner: „Die guten Krapfen kamen nur mit leichten Blessuren an. Als unsere beiden Enkelinnen, fünf und drei Jahre als, zu Besuch kamen und die Krapfen entdeckten, verschlangen sie gleich drei davon. Auch meine Frau hat einen verspeist. Die beiden letzten haben meinen Gaumen verwöhnt.“

Gleich mit der E-Mail, so Ernst Wolfsteiner weiter, seien auch die Euros an das Konto der Bruderschaft des seligen Gerhard gegangen. Und zwar, obwohl es nicht zehn Krapfen waren, die gesamte Summe von 1.000 Euro. „Wohl welche der teuersten Krapfen in diesem Fasching. 1.000 Euro für sechs Krapfen, die mit Herzblut verziert wurden“, bemerkt Ernst Wolfsteiner dazu. Dann schreibt er noch einen Satz, den sicherlich die meisten Malteser bestätigen können und der diesen außergewöhnlichen Akt der Nächstenliebe hilft zu erklären: „Malteser ist man und frau nicht auf Zeit, sondern auf Lebenszeit.“

Damit wäre die Geschichte eigentlich zu Ende. Wenn nicht Daniel Prokopiuk noch eine Bitte gehabt hätte, die Rosmarie Krenn an Ernst Wolfsteiner herantrug: Ob er auch für den Herzenswunsch-Krankenwagen in Passau 100 Euro pro Krapfen spenden würde, wenn er und seine Frau nochmal welche nachliefern würden?

Die Antwort kam wieder promt: „Dann schick mir doch nochmal sechs Stück. Deswegen esse ich auch keine Scheibe Brot weniger.“ Und so machten sich die Prokopiuks ein zweites Mal ans Werk.