Malteser Ben Engels spendet Stammzellen

Ben Engels (Mitte) mit Bezirksgeschäftsführer Rainer F. Breinbauer (l.) und dem stellvertretenden Rettungsdienst-Leiter Daniel Bauer. Fotos: Krenn

Passau. Auch um Leben zu retten, ist der 35-jährige Ben Engels Rettungssanitäter bei den Maltesern geworden. Nun konnte er durch eine Stammzellenspende möglicherweise einem Menschen, den er noch nie gesehen hat, auf eine ganz andere Art und Weise das Leben retten.

„Ich habe gar nicht mehr daran gedacht, dass ich mich habe registrieren lassen“, sagt Ben Engels. Dies geschah im Rahmen einer Typisierungsaktion für den Kollegen Jörg Krenn, die die Malteser zusammen mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) im Jahr 2014 in der Diözesangeschäftsstelle Hacklberg organisierten. Ben Engels war damals einer von 173 Freiwilligen, die sich registrieren ließen.

Nun bekam er völlig unerwartet eine E-Mail von der AKB mit der Mitteilung, dass er als potenzieller Spender infrage kommen würde. „Im ersten Moment war ich völlig verblüfft und dachte erst, es handelt sich um eine Fake-Mail“, sagt Ben Engels, der in Neukirchen am Inn lebt. Weil er wissen wollte, ob es wirklich ein Fake ist, habe er die Telefonnummer von der Mail angerufen.

Dabei stellte sich schnell heraus, dass tatsächlich eine Mitarbeiterin der AKB am anderen Ende der Leitung war. Sie erklärte Ben Engels, dass es auf der ganzen Welt nur zwei bis drei andere Menschen gebe, die für die Spende infrage kommen würden, und fragte, ob er es machen würde. Er zögerte keinen Moment. „Ja, freilich“, habe er gleich gesagt.

Zur Vorbereitung und zu Voruntersuchungen ging es später zur AKB nach Gauting bei München, etwa zwei Wochen später war klar: Ben Engels ist als Spender geeignet. Die Stammzellenspende selbst, ebenfalls in Gauting, habe etwa zwei Stunden gedauert, er sei dabei in einem Relaxstuhl gesessen, habe sich gut gefühlt und keinerlei Schmerzen oder Beschwerden gehabt. Anders in der Vorbereitung. Um die Anzahl der Stammzellen zu steigern, musste sich Ben Engels Medikamente spritzen, Daraufhin habe er grippeartige Symptome bekommen und das habe ihm ziemlich zugesetzt. Seit der Spende gehe es ihm wieder gut.

Die Malteser-Verantwortlichen sind stolz auf Ben Engels. Bezirksgeschäftsführer Rainer F. Breinbauer sagt: „Es freut mich, dass ein Mitarbeiter von uns gespendet hat. Von der Typisierungsaktion für Jörg Krenn wissen wir noch, wie wichtig das ist. Mit einem kleinen Eingriff kann man Lebensretter werden. Es erfordert schon einen gewissen Mut, dass man sich nicht nur registrieren lässt, sondern dann auch bereit ist für die Spende.“

Daniel Bauer, stellvertretender Rettungsdienst-Leiter findet es „super, dass sich jemand bereiterklärt, die Strapazen und das Risiko auf sich nimmt und damit einem fremden Menschen hilft, um dessen Leben vielleicht in eine Richtung zu lenken, dass es lebenswert wird und dass er überleben kann.“

Gefragt, ob er wissen möchte, wer der oder die Unbekannte ist, an den oder die seine Spende ging, sagt Ben Engels: „Ich habe ‚Ja‘ angekreuzt.“ Und warum hat er überhaupt gespendet? „Das weiß ich selbst nicht so ganz genau. Da überlege ich auch jetzt noch manchmal. Aber ich denke, mit ein Grund war meine Tätigkeit im Rettungsdienst. Wie oft können wir trotz aller Anstrengungen verletzte oder erkrankte Menschen nicht mehr retten. Jetzt mit der Stammzellenspende kann es wirklich hinhauen.“