Erste Hilfe – was kommt nach dem Notruf?

Die regelmäßige Auffrischung von Erste Hilfe-Kenntnissen bringt die nötige Handlungssicherheit für den Ernstfall. Foto: Malteser.

Erzbistum. Ein Verkehrsunfall auf dem Weg zur Arbeit, eine Herzattacke beim Familienfest, ein Absturz am Berg – im Notfall können grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse und beherztes Handeln Leben retten. Jeder Mensch kann unvermittelt in eine solche Situation kommen, doch viele sehen sich laut einer Online-Umfrage des ADAC aus diesem Frühjahr nicht in der Lage, umfassend zu helfen. Dabei kommt es neben dem Absetzen des Notrufs in vielen Fällen auf das richtige Handeln in den ersten Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes an.
Im Rahmen der Befragung unter rund 3600 Personen aus ganz Deutschland stellte sich heraus, dass nur jeder zweite (52 Prozent der Befragten) im Notfall dazu bereit wäre, Erste Hilfe zu leisten. Jeweils ein Viertel gab an, sich nicht sicher zu fühlen oder zu Erster Hilfe nicht in der Lage zu sein. Bei der Hälfte der Befragten lag der letzte Kurs zehn oder mehr Jahre zurück. Sehr viele der Befragten (86 Prozent) würden im Notfall die 112 oder 110 wählen, um Hilfe zu holen, doch nur zwei Drittel wussten, dass die 112 auch europaweit gilt. Bei den Fragen zur Praxis gab es noch größere Unsicherheiten: Nur etwa zehn Prozent der Befragten wussten etwa, dass die Seitenlage nur dann anzuwenden ist, wenn das Unfallopfer bewusstlos ist, aber normal atmet, oder dass das richtige Verhältnis von Herzdruckmassage zu Atemspende 30 Mal zu 2 Mal lautet. 
Die ADAC Umfrage wurde unter anderem in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft für Erste Hilfe (BAGEH) erarbeitet, in der die wichtigsten deutschen Rettungsdienste vertreten sind – darunter auch die Malteser. Diese nehmen den Tag der Ersten Hilfe am 11. September zum Anlass, der Bevölkerung das Thema wieder ins Bewusstsein zu rufen. „Viele Menschen möchten gerne helfen können – und jeder möchte im Notfall Erste Hilfe erfahren“, erklärt Alexander Illenseer, Ausbildungsreferent der Malteser im Erzbistum München und Freising. Deshalb raten die Malteser zu regelmäßigen Auffrischungskursen, am besten alle zwei Jahre. „Gehen Sie in sich und bewerten Sie den Stand Ihrer Erste Hilfe-Kenntnisse“, rät Illenseer. Wer sich nicht handlungssicher fühle, solle sich zeitnah für einen Kurs anmelden. In neun Unterrichtseinheiten an einem Tag oder zwei Abenden werden die nötigen theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, um richtig und souverän helfen zu können.
Nach monatelangen massiven Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie können die Kurse der Malteser inzwischen wieder weitgehend normal durchgeführt werden. Dabei gelten die jeweils aktuellen Hygienebestimmungen, zum Beispiel 3G, Maskenpflicht, Mindestabstände. Die Anzahl der Teilnehmer ist zur Sicherheit der Beteiligten derzeit noch reduziert.
Weitere Informationen, Kurstermine und Anmeldung unter www.malteser-kurse.de .

 

Rückfragen:
Alexander Illenseer, Diözesanausbildungsreferent, Malteser Hilfsdienst e.V., Diözese München und Freising, Tel. 089 43608 281, Mail: Alexander.Illenseer@malteser.org